Habitus. Habitat.

Schafft und inszeniert nicht auch Kleidung Lebensräume und erzeugt damit Grenzen? Sie ist die Hülle, die dem Körper am nächsten ist und damit unsere erste Grenze zur Außenwelt. Sie bedeckt, schützt und gibt Raum. Wir bewohnen sie.

Screenshot from the video
creative direction, concept & fashion: Clara Twele
camera: 1999 berlin – Louis Hein & Fynn Stoldt

We are in this together…und ohne einander könnten wir nicht überleben.

Wir leben in einer globalisierten, heterogenen Welt, in der Kulturen und Gesellschaften zunehmend aufeinandertreffen – neue Lebensräume entstehen, neue Lebensräume entfalten sich. Dieses Zusammenleben ist nicht immer einfach und manche Menschen ziehen immer wieder Grenzen um sich herum. Wie kann man diese Grenzen überwinden? Ungeschützt ist es leichter, Mauern um sich zu ziehen, zu vergessen, dass wir aufeinander angewiesen sind. Was also macht unser Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz aus? Schafft und inszeniert nicht auch  Kleidung Lebensräume und erzeugt damit Grenzen? Sie ist die Hülle, die dem Körper am nächsten ist und damit unsere erste Grenze zur Außenwelt. Sie bedeckt, schützt und gibt Raum. Wir bewohnen sie.

Kleidung und Gebäude haben demnach verwandte Gestaltungsprinzipien und erfüllen analoge menschliche Bedürfnisse. Es besteht eine enge existenzielle Beziehung zwischen ihnen. Wir fühlen uns sicher, wenn wir bedeckt sind. Paradoxerweise ist aber die Sicherheit unserer Hüllen als Schutzzonen, die einen temporären Rückzugsort von der Welt bieten, nur durch soziale Allianzen gewährleistet. Auch aus kulturanthropologischer Sicht ist der Mensch keine einsame „Monade“ im Leibnizschen Sinne, sondern ein soziales Wesen. Letztlich fühlen wir uns nur sicher, wenn unsere Hüllen transzendieren und interagieren. Es entsteht eine zusätzliche Dimension, ein Sicherheitsnetz, gewoben durch (soziale) Bindungen. Kleidung wird zur Behausung, zum temporären Rückzug aus der Welt als Schutzzone.

Video:

creative direction, concept & fashion: Clara Twele
camera: 1999 berlin – Louis Hein & Fynn Stoldt
cut: Louis Hein, Fynn Stoldt, Clara Twele

dance performance:
Charlotte Brohmeyer
Daniel Conant
Simona Dervishi
Rebecca Dirler
Emma Langstrump
Yannis Mitsos
Pilar Villadangos

direction: Louis Hein & Fynn Stoldt
lighting design: Vito Walter
set design: Clara Twele & Vito Walter
assistance: Michaela Tomaskova

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